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Food, Inc. – Was essen wir wirklich?

Einen aufschlussreichen Dokumentarfilm zeigte 3sat in seinem TV-Programm am 13. Februar 2011

Food, Inc. – Was essen wir wirklich?    von Robert Kenner, USA 2008.

In diesem Film lernt man die Wirklichkeit der Nahrungsmittelproduktion am Beispiel der USA doch wer glaubt dass in Europa die Nahrungsmittelproduktion anders verläuft, der irrt.

Viele der gezeigten Entwicklungen gibt es auch in Europa, auch hier erfahren Verbraucher oft nicht, was hinter dem schönen Schein der bunten Etiketten steckt

Die heutigen Nahrungsmittel, so zeigt der Film, stammen mittlerweile weitestgehend aus der Fließbandproduktion. Arbeiter und Tiere werden missbraucht, die Nahrungsmittel immer gefährlicher – und das verheimlicht man uns mutwillig. Wenige multinationale Konzerne bestimmen das Nahrungssystem. Sie kontrollieren es vom Saatgut bis zum Supermarkt. Es sind Monopolisten, die längst kein Fleisch mehr von glücklichen Kühen oder Hühnern verkaufen, obwohl ihre Werbung das immer noch suggeriert.
Die Lebensmittelindustrie, so deckt der Film auf, setzt zur Mehrung des Profits längst auf hormonbehandeltes Mastvieh, genmanipuliertes Getreide und technologisch entwickelte Lebensmittel. Damit setzt sie die Lebensgrundlage zahlreicher Landwirte und die Gesundheit der Konsumenten aufs Spiel.
Der Landwirt ist kein herkömmlicher Bauer mehr sondern ein Sklave der Nahrungsmittelindustrie, er muss alles so machen wie sie es wollen.

Bei Rindern wird üblicherweise insbesondere im letzten Drittel der Mast Silage aus Mais zusammen mit Konzentratfutter gefüttert. Bei der Herstellung von Silage kann es zu unnötigem Sickersaft kommen, der nicht in das Grundwasser gelangen darf. Der Sickersaft verbraucht sehr viel Sauerstoff im Wasser und beeinträchtigt das Gleichgewicht im Ökosystem. Doch wird hierzu Lande darauf geachtet? NEIN!

Die Liste der Skandale, die ans Tageslicht kommen, wird immer länger. Aber der Journalist Michael Pollan sieht darin auch Positives: „Mit jeder Enthüllung erfährt man ein bisschen mehr, über die Zubereitung des Essens. Und jedes Mal wendet man sich voller Abscheu ab und sucht nach Alternativen.“
Wenige große Konzerne beherrschen den Markt. Beispiel Fleisch: Gab es 1970 noch tausende von Schlachthöfen in den USA, gibt es heute gerade noch 13. Hühner werden heute in der Hälfte der Zeit wie vor 50 Jahren doppelt so schwer. Dabei nehmen sie so schnell zu, dass die Knochen die Fleischmassen nicht tragen können und die Tiere alle paar Schritte umkippen. Hühnerhalter werden durch hohe Kredite abhängig von den großen Fleischkonzernen. Wer die Tiere nicht nach deren Vorgaben hält, nämlich in riesigen Hallen ohne Tageslicht, oder wer Filmteams auf seine Anlage lässt, dem wird der Vertrag gekündigt.

Die gleichen Zustände herrschen auf dem Saatgutmarkt. 90 Prozent aller Sojabohnen in den USA enthalten Gene, auf die Monsanto ein Patent hat. Ehemalige Monsanto-Mitarbeiter, die in die Politik gewechselt sind, waren federführend an der Entscheidung beteiligt, gentechnisch veränderte Produkte nicht zu kennzeichnen. Mit dem Ergebnis, dass heute 70 Prozent aller verarbeiteten Produkte in einem amerikanischen Supermarkt gentechnisch veränderte Zutaten enthalten.
„Es geht nicht nur darum, was wir essen oder um unsere Gesundheit, sondern darum, was wir wissen dürfen.“ Dieses Zitat stellen die Filmemacher an den Anfang des Filmes. Und ziehen am Ende den Schluss: „Einer der wichtigsten Kämpfe der Verbraucher ist der Kampf um das Wissen, was in unserem Essen ist und wie es hergestellt wurde.“ Mit aller Macht verhindern große Konzerne in Amerika, dass Verbraucher erfahren, wie ihr Essen hergestellt wird. Kritiker werden mit Prozessen überzogen und so mundtot gemacht.
Auch wenn man prinzipiell kein Fastfood zu sich nimmt, man bekommt nur noch Nahrungsmittel aus diesem System.

Food, Inc. – Was essen wir wirklich? Zeigt, wie eine Handvoll Konzerne darüber bestimmt, was wir essen und was wir über unser Essen wissen dürfen. Und wie verantwortungslos die Lebensmittelindustrie handelt und zur Wahrung des eigenen Profits die Lebensgrundlage zahlreicher Landwirte und die Gesundheit der Konsumenten aufs Spiel setzen.

Food, Inc. – Was essen wir wirklich? Deutscher Trailer

Anmerkung:

Bei weiteren Recherchen in Deutschland ist aufgefallen, dass nur noch zwei Nahrungsmittelhersteller in Deutschem Besitz sind. Nicht nur die im Film deutlich dargestellte Macht in der Fleischproduktion besitzt die Nahrungsmittelindustrie, in der Produktion von Gemüse wird ebenfalls alles nach ihren Vorgaben hergestellt.
Die Frage stellt sich, was können wir dagegen TUN?

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admin • 15. Februar 2011


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Comments

  1. Andrea Hörseljau 25. Februar 2011 - 10:53

    @Bei diesen Informationen möchte man hoffen, dass die dargestellten Probleme weit weg auf einem anderen Kontinent liegen. Das ist leider nicht so. Robert Kenner beschreibt die Situation im Jahr 2008. Die Hoffnung, dass sich in der Zwischenzeit alles zum Guten gewendet hat, ist gering. Im Gegenteil: Verfolgt man aktuelle Pressemeldungen, so wird immer wieder von neuen Skandalen aus dem Lebensmittelbereich berichtet. Die neueste Entwicklung wurde nur am Rande erwähnt: Am 22.02.2011 wurde in Brüssel die Null-Toleranz-Regelung für den Import von in der EU nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Pflanzen gekippt. Bisher wurden Futterlieferungen mit gentechnisch veränderten Pflanzen an den Grenzen zurückgeschickt. Wie die FAZ berichtete, waren es seit 2004 ca. 50 Lieferungen. Nun ist man aber der Ansicht, begründet durch den Vormarsch der Gentechnik, das die Gewährleistung von gentechnikfreien Futtermitteln zu aufwändig seien. Darum wurde beschlossen, dass ab sofort Verunreinigungen von bis zu 0,1 Prozent der Gesamtmenge erlaubt sind.
    Natürlich ist diese Menge nicht sehr hoch, jedoch zeigt sie deutlich die Tendenz der zukünftigen Entwicklungen auf.

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